Ziellauf – Förderung der Konfliktfähigkeit und Coaching der Ausbildung (Laufzeit: 01.08.2003-31.07.2006)
Hintergrund:
Die vorzeitige Lösung von Ausbildungsvertragsverhältnissen ist seit langem ein Problem, welches alle Wirtschaftszweige, jedoch insbesondere das Handwerk betrifft. Über 10% aller Ausbildungen werden vorzeitig abgebrochen, davon ungefähr die Hälfte während des ersten Lehrjahres.
Für die Betriebe und Jugendlichen bedeutet dies hohe Kosten und verlorene Zeit. Aufgrund der schlechten Erfahrungen ziehen sich viele Betriebe aus der Ausbildung komplett zurück. Oder aber die offene Ausbildungsstelle wird nicht direkt wieder besetzt. In den strukturschwachen Regionen des Landes NRW fehlt damit aufgrund des begrenzten Ausbildungsplatzangebots jede einzelne Stelle.
Die Ursachen für einen Ausbildungsabbruch sind vielschichtig. Von den Beteiligten werden sie unterschiedlich wahrgenommen. Als Kernproblem gelten jedoch mangelnde Konfliktfähigkeit und fehlendes Problemlöseverhalten.
Ziele:
Der Westdeutsche Handwerkskammertag trägt gemeinsam mit den Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster dazu bei, Ausbildungsabbrüche speziell im ersten Ausbildungsjahr zu vermeiden. Ziel ist, Verfahren zu entwickeln, wie Konfliktfähigkeit gefördert, Problemlöseverhalten aufgebaut und Lösungsstrategien aufgezeigt werden können.
Um das betriebliche Ausbildungsplatzpotential voll auszuschöpfen, werden Netzwerke für eine gezielte Neubesetzung frei werdender Ausbildungsstellen eingerichtet.
Maßnahmen:
Die Maßnahmen des Projekts konzentrieren sich in den Ziel 2-Gebieten Nordrhein-Westfalens auf Lehrlinge in den Berufen Maler- und Lackierer/-in, Zahntechniker/-in und in den Nahrungsmittelhandwerken, den Gesundheits- und Körperpflege- sowie den Reinigungshandwerken.
Coachen:
Spezielle Ausbildungsstellencoaches beraten Betriebe und Auszubildende im Konfliktfall. Gemeinsam mit ihnen erarbeiten sie individuelle Konfliktlösungsstrategien. Sie errichten ein Frühwarnsystem, um drohende Abbrüche zu erkennen.
Konfliktfähigkeit fördern:
Für Auszubildende, Ausbilder, Meister, Ausbildungsberater und Lehrkräfte wird Informationsmaterial erstellt, das zum Aufbau von Konfliktfähigkeit und Konfliktlösungskompetenz verwendet wird. Die Ausbildungsstellencoaches sensibilisieren Betriebe und Auszubildende für dieses Thema.
Geschlechtsspezifische Ursachen für Abbrüche erforschen:
Am Beispiel von Friseurinnen soll ermittelt werden, ob es bei Frauen andere Anzeichen als die bislang bekannten für einen Abbruch gibt und ob sich dieser anders vollzieht.
Allgemeinbildende Schulen sensibilisieren:
Berufliche Anforderungen und Erwartungen der Betriebe müssen Schülerinnen und Schülern näher gebracht werden, um falschen Vorstellungen und Vorurteilen vorzubeugen.
Förderung:

Links:
Projekt »Ausbildung – bleib dran«
an der Akademie für Arbeit und Politik der Universität Bremen
www.bleib-dran.uni-bremen.de
Regionale Ausbildungsbetreuung in Schleswig-Holstein
www.ausbildungsbetreuung.de
Continuo gegen Ausbildungsabbruch
Angebot der BBQ Berufliche Bildung gGmbH und der Fördergesellschaft der Handwerkskammer Freiburg
www.continuo-ausbildung.info
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