Aus- und Weiterbildung >Initiativen des WHKT

Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk

Hintergrund:

Umweltschutz hat sich bereits heute in vielen Betrieben als Unternehmensziel etabliert. Dass aktiver Umweltschutz auch dazu beitragen kann, die Betriebskosten erheblich zu reduzieren und die Gewinne zu steigern, zeigen verschiedene Konzepte »Nachhaltigen Wirtschaftens«.

Vereinfacht kann man sagen, durch »Nachhaltiges Wirtschaften« soll die gleiche Menge an Produkten und Dienstleistungen mit immer weniger Einsatz natürlicher Ressourcen hergestellt werden. Es geht also letztlich darum, wie man Kosten sparen und gleichzeitig zum Umweltschutz beitragen kann. Dabei werden sowohl die Prozesse der Produktions- und Dienstleistungserstellung, die Produkte und Dienstleistungen aber auch die Arbeitsabläufe in die Überlegungen mit einbezogen.

Ergänzt werden kann diese innerbetriebliche Sicht durch marktorientierte Aspekte »Nachhaltigen Wirtschaftens«. So kann ein Handwerksunternehmen sich auch neue Ertragsmöglichkeiten schaffen oder sichern, indem es Produkte und Dienstleistungen anbietet, die ressourceneffizient und umweltfreundlich sind. Aktuelles Beispiel für den Erfolg eines solchen Vorgehens ist der Markt für Energieeinsparungen. Vor dem Hintergrund dauerhaft hoher Energiepreise wächst die Nachfrage nach energieeffizienten Heiztechnologien und Gebäudemodernisierungen, aber auch nach einer kompetenten Beratung über Einsparmöglichkeiten.

Damit Handwerksunternehmen die Chancen ergreifen können, die in einer Ausrichtung des eigenen Unternehmens auf Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens liegen, ist eine konsequente Personal- und Organisationsentwicklung notwendig.

 

Ziele:

Um im Rahmen eines Qualifizierungs- und Beratungsansatzes Wege zu entwickeln und zu erproben, immer mehr Handwerksunternehmen die aktive Gestaltung ihrer unternehmerischen Zukunft unter Aspekten nachhaltigen Wirtschaftens nahe zu bringen, führt der Westdeutsche Handwerkskammertag als Projektträger gemeinsam mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie dem Klaus Novy Institut einen Modellversuch für das Bundesinstitut für Berufsbildung durch. Als Transferpartner und um den Modellversuch zu begleiten und zu unterstützen sind die beiden nordrhein-westfälischen Umweltzentren der Handwerkskammern Düsseldorf und Münster beteiligt.

 

Maßnahmen:

Im Mittelpunkt des Modellversuchs steht die Entwicklung und Erprobung eines Qualifizierungs- und Beratungskonzeptes, das an den alltäglichen Erfahrungen und Problemen der Handwerksunternehmen ansetzt, Stärken und Potenziale ermittelt, auf konkrete Weiterbildungsbedarfe verweist und so eine systematische Kompetenzentwicklung ermöglicht.

Innerhalb einer Jahresfrist sollen interessierte Handwerksbetriebe auf den Weg gebracht werden können, nachhaltiger zu wirtschaften. Ziel ist dies längerfristig als einen nachhaltigen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) zu etablieren. Unterstützend und begleitend wird ein Tool entwickelt, welches die Selbstbefähigung der Handwerksbetriebe zur Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens verbessert.

Darüber hinaus wird unter Federführung des Klaus Novy Instituts von den Projektpartnern eine Landkarte »Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk« entwickelt. In 6 Kapiteln wird ein Überblick zum Handwerk gegeben und 13 ausgewählten Modellprojekten zur Nachhaltigkeit sowie 9 ausgewählte Instrumente zur betrieblichen Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens im Handwerk vorgestellt. Die Landkarte entwickelt vor diesem Hintergrund die notwendigen Grundzüge eines Qualifizierungs- und Beratungskonzeptes zum nachhaltigen Wirtschaften im Handwerk.

Die Veröffentlichung richtet sich in ihrem ersten Entwurf an Praktiker der Qualifizierung und Beratung im Handwerk, aber auch an Wissenschaftler, die an den Schnittstellen von Nachhaltigkeitsforschung und Berufsbildung tätig sind und wird im Rahmen des Modellversuchs ständig fortgeschrieben. In der Schlussfassung soll dann ein vielfältig nutzbares Instrument auch für die Handwerkspraxis werden, das die Ergebnisse eines nachhaltigen Wirtschaftens im Handwerk mit »Good-Practice«-Beispielen belegen kann.

 

Förderung:

Der Modellversuch mit einer Laufzeit vom 1. September 2004 bis 31. Dezember 2007 wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.