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euregiofit – Fortschrittsbericht II

In der Zeit vom 16.-27. April haben die Projektpartner Westdeutscher Handwerkskammertag, ROC Gilde Opleidingen Roermond und die Niederrheinische Kreishandwerkerschaft Krefeld-Viersen einen weiteren Austausch von Auszubildenden des Handwerks aus Deutschland und den Niederlanden organisiert.

Die beteiligten Betriebe aus Roermond und Willich vermittelten ihren Praktikanten einen Eindruck von allen Facetten der Tätigkeit eines Malers in den Niederlanden und Deutschland. Beide Seiten stellten dabei fest, dass die Aufgaben, sowie die verwendeten Werkzeuge und Grundstoffe in den Ländern stark variieren. Spannend war für die Auszubildenden vor allem die Einweisung in Tätigkeiten, die nicht Bestandteil ihrer heimischen Ausbildung sind und ihnen so eine Zusatzqualifikation bescheren.

So waren die niederländischen Lehrlinge besonders an einer Unterweisung in der Verlegung von Böden interessiert. Der Umgang mit Teppich, Laminat, Parkett oder PVC gehört für viele deutsche Maler zum Arbeitsalltag, in den Niederlanden ist es dagegen nicht Teil des Berufsbildes. Auch die Arbeit mit Mustertapeten oder der Umgang mit Stuckarbeiten bedeutete Neuland für die Praktikanten.

Bei den deutschen Auszubildenden standen vor allem Außeneinsätze auf dem Programm. Fassadenanstriche und der richtige Umgang mit dem für sie in der täglichen Arbeit bislang wenig gebräuchlichen Grundstoff Holz waren hier gefragt. Ihre Aufgaben: Abbeizen, schleifen, kitten und anstreichen. Vor allem das beizen war für die Deutschen eine völlig neue Erfahrung. »Aber das hat man schnell gelernt« resümiert Andreas. In einem Freizeitpark mussten alle Bungalows »fit« für den Sommer gemacht werden, so dass reichlich Gelegenheit bestand, die Fähigkeiten im Umgang mit Holz zu trainieren.

Neu waren aber nicht nur die Aufgaben, sondern auch das Werkzeug mit dem die Arbeiten zu erledigen waren. Dabei hätten die Deutschen das in den Niederlanden gebräuchliche »Stopfmesser« am liebsten gleich mit nach Hause genommen, so handlich war dieses Werkzeug. Das bestätigt die Erfahrungen des ersten Austausches – hier taten sich die Niederländer mit der für sie sperrigen Variante des Werkzeugs in Deutschland ganz schön schwer. Auch im Umgang mit Farben und Lacken gab es einiges neues zu entdecken, Fachsimpeleien über die Vor- und Nachteile eingeschlossen.

Mit der Sprache gab es auf beiden Seiten keine Probleme. »Wir lernen meistens in der Schule ein bisschen Deutsch, damit kann man sich dann schon verständigen«, erklärt Patrick. Ähnlich das Fazit der Deutschen: »Wer wie wir aus dem niederrheinischen Gebiet kommt, wo noch viel Platt gesprochen wird, der versteht auch die niederländische Sprache“«, bemerkt Michael. Zudem werden die euregiofit Teilnehmer vorab in einem Vorbereitungsseminar mit Grundbegriffen und berufsbezogenen Fachvokabeln auf den Austausch vorbereitet.

Beste Voraussetzungen für beide Seiten also, wenn man noch einmal im Nachbarland beruflich tätig werden will. Und das können sich alle Beteiligten gut vorstellen. Einhelliges Fazit: »Von uns aus hätte der Austausch ruhig noch länger dauern können.« Die Praktikanten haben festgestellt, dass der Arbeitsmarkt viel mehr Möglichkeiten bereit hält als bislang erahnt. Sie alle zogen nicht nur weitere befristete Auslandsaufenthalte in Betracht, sondern auch eine spätere Bewerbung im Nachbarland für eine dauerhafte Tätigkeit. Damit hat euregiofit seine Funktion erfüllt, als »Türöffner« Auszubildenden und jungen Fachkräften die Chancen des euregionalen Arbeitsraumes aufzuzeigen und sie zu weiteren Mobilitätsmaßnahmen zu ermutigen.

Eine Hilfestellung kann die euregiofit-Datenbank geben, die nach dem letzten Austausch im Juni 2007 errichtet wird und in der Betriebe aus Deutschland und den Niederlanden verzeichnet werden, die einen Praktikumsplatz für Interessierte aus dem Nachbarland anbieten.


Förderung:

Kofinanziert durch das EU-Programm INTERREG III A der euregio rhein-maas-nord sowie durch die Provinz Limburg und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.