Nr. 10/10: 28.04.2010
Modellprojekt zur Integrationsplanung, Netzwerkbildung und Arbeitsmarktintegration (INA) präsentiert sich auf dem 15. Deutschen Präventionstag in Berlin
Am 10. und 11. Mai findet in Berlin der 15. Deutsche Präventionstag statt. Zwei Tage lang werden sich Expertinnen und Experten zu verschiedenen Aspekten der Kriminalprävention und angrenzenden Präventionsbereichen austauschen. Die Schirmherrschaft hat der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übernommen.
Der Westdeutsche Handwerkskammertag und der Kriminologische Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen präsentiert das Projekt INA, ein erweitertes Übergangsmanagement für (ehemalige) Strafgefangene in NRW.
Das Modellprojekt INA wird vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen getragen und vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Für die Gesamtsteuerung des Projektes zeichnen der Westdeutsche Handwerkskammertag und der Kriminologische Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen verantwortlich.
Für die weitere Verbesserung der Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration von (ehemaligen) Gefangenen und der damit verbundenen Verringerung der Rückfallrisiken wird in NRW mit dem Modellprojekt INA ein erweitertes Übergangsmanagement für Inhaftierte und Haftentlassene erprobt.
Dies geschieht im Sinne eines modernen »Case-Management«, das als »kontinuierliche Fallsteuerung aus einer Hand« konzipiert ist. Sie beginnt bereits mit der Vollzugsplanerstellung in der JVA, begleitet anschließend die im Vollzug durchzuführenden Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Wiedereingliederung insbesondere unter dem Gesichtspunkt ihrer Anschlussfähigkeit und wird schließlich im Rahmen der Entlassungsvorbereitung sowie einer sechsmonatigen Nachbetreuung mit konkreten Vermittlungs- und Stabilisierungsbemühungen zur Arbeitsmarktintegration fortgesetzt. Mit dem vollzugsübergreifend wirkenden Case-Management sollen im Kern drei Ziele erreicht werden:
- Entwicklung und dauerhafte Einrichtung einer umfassenden Integrationsplanung, die die individuelle Vollzugsplanung um eine über den Entlassungszeitpunkt hinausweisende Wiedereingliederungsplanung erweitert (Informationsmanagement).
- Bildung und zukunftsweisender Ausbau (über-)regionaler Netzwerke, die eine nahtlose Verknüpfung vollzugsinterner Behandlungs- und vollzugsexterner Wiedereingliederungsmaßnahmen ermöglichen (Schnittstellenmanagement).
- Erprobung und nachhaltige Umsetzung einer zielgruppenspezifischen Nachsorgesteuerung, die die Arbeitsmarktintegration von Haftentlassenen durch ergänzende Vermittlungs- und Stabilisierungsleistungen fördert (Nachsorgemanagement).
Das INA–Übergangsmanagement für Strafgefangene und Haftentlassene wird im Rahmen des Modellprojektes einer systematischen Effektivitätsprüfung unterzogen und soll im Erfolgsfall landesweit ausgebaut werden. Im Sinne eines übergeordneten Zieles sollen dabei überprüfbare Standards für die Entlassungsvorbereitung im Strafvollzug sowie übertragbare Strukturen für die Einbindung von Kommunen und Arbeitsmarktakteuren in die Wiedereingliederungsarbeit geschaffen werden. Dies beinhaltet ausdrücklich auch die Entwicklung von Vorschlägen zur Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen, etwa im Bereich des Sozialgesetzbuches (SGB II und SGB III) sowie des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII, soweit Gefangene bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres betroffen sind).
Weitere Informationen erhalten Sie beim Westdeutschen Handwerkskammertag, Sternwartstraße 27–29, 40223 Düsseldorf, Ansprechpartner: Rechtsanwalt Harald Bex, Tel.: 0211/3007-765, Fax: 0211/3007-900 und unter www.praeventionstag.de.
Selbstverständlich sind Pressevertreter herzlich eingeladen, in Berlin dabei zu sein und persönlich über den 15. Deutschen Präventionstag zu berichten. Akkreditierung unter www.praeventionstag.de.
