Nr. 73/08: 25.11.2008
Europäischer Aus- und Weiterbildungskongress und Europäischer Gesellentag glänzen durch Top-Themen und Teilnehmerrekord
570 Teilnehmer des Europäischen Aus- und Weiterbildungskongresses senden von der Veranstaltung das Signal aus, dass die berufliche Bildung im Deutschen Qualifikationsrahmen gleichrangig mit der akademischen Bildung, das heißt in allen Stufen des Deutschen Qualifikationsrahmens eingeordnet werden muss. Deutschland ist im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern mit der Konzeption seines nationalen Qualifikationsrahmens am weitesten fortgeschritten. Bestätigt durch die Ergebnisse der Studie »Berufswertigkeit« verliehen viele Akteure der Forderung nach der Zusatzbezeichnung »Bachelor Professional« für Meister und Techniker neues Gewicht, so unter anderem der Industriemeisterverband Deutschland, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die IG Metall sowie das Arbeitsministerium des Landes NRW und der Westdeutsche Handwerkskammertag als Veranstalter.
170 Teilnehmer beim Europäischen Gesellentag interessierten sich besonders für die Gründe und die Motivation, mehr Erwerbstätige für Weiterbildung zu gewinnen. Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland einen erheblichen Nachholbedarf bei der Weiterbildungsbeteiligung seiner Erwerbstätigen hat. Dies gilt insbesondere für Erwerbstätige im Alter von 45 Jahren und älter. Sehr verschiedene finanzielle Anreizsysteme zur Erhöhung der Weiterbildungsbereitschaft gibt es in Europa. Eine Analyse zeigte, dass Programme, die das Ansparen von Geldbeträgen für zukünftige Bildungskosten vorsehen, nur von wenigen Menschen genutzt werden, Bildungsschecks/Bildungsgutscheine/Bildungsprämien sowie Bildungsdarlehen aber durchaus die Instrumente sind, auf die viel mehr Weiterbildungsinteressierte zugreifen. Nicht zuletzt sind jedoch finanzielle Anreizinstrumente nur ein Baustein, um Erwerbstätige und Unternehmer für mehr Weiterbildung zu begeistern. Die Hemmnisse sind auch in vielen anderen Bereichen zu sehen. Insgesamt müssen die Arbeitgeber noch stärker die Bedeutung der Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe erkennen, ebenfalls die Arbeitnehmer ihre Verpflichtung zur regelmäßigen Anpassung ihrer Qualifikationen zur Sicherstellung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Auch der Staat ist in der Verantwortung und legt deshalb zu Recht Förderprogramme genau für diesen Bildungssektor auf.
Die Dokumentationen der beiden Veranstaltungen erstellt der WHKT bis zum Ende des Jahres.
Fotomaterial finden Sie im Bildarchiv des WHKT unter:
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