Nr. 83/07: 26.11.2007
Im Mittelstand sind mehr Ideen zur Mitarbeitergewinnung gefragt
Anlässlich des 16. Europäischen Aus- und Weiterbildungskongresses des WHKT in Köln wurde deutlich, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen in Europa vor der gleichen Herausforderung stehen: Die demografische Entwicklung führt dazu, dass die Personalentwicklung immer wichtiger wird und auch kleine und mittelständische Betriebe, die aufgrund ihrer geringen Größe keine eigene Personalabteilung haben, zukünftig mehr denn je im Hinblick auf ihr Personalmanagement gefordert sind.
Unter der Überschrift »Fachkräftesicherung im Mittelstand – Krisenmanagement heute beginnen!« diskutierten fast 500 Experten und Bildungsinteressierte aus den Staaten Belgien, Frankreich, Finnland, Irland, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Österreich und Schweden die Herausforderungen für den europäischen Mittelstand.
Um auch zukünftig an geeignete Schulabgänger für die Ausbildung zu kommen, seien nach Meinung der Kongressteilnehmer nicht nur neue Wege zu der Zielgruppe notwendig, sondern auch die duale Ausbildung müsse noch attraktiver gestaltet werden. So werde in Österreich die Ausbildung mit dem Erreichen der Matura (Abitur) verknüpft. Ein Absenken der Anforderungen an die Qualifikation wurde von allen Seiten entschieden abgelehnt.
Der Mitarbeiterbindung und Gesundheitsförderung aller Beschäftigten kommt eine ganz entscheidende Rolle zu. Einmütig kristallisierte sich in einer angeregten Diskussion die Forderung nach Förderung und Erhalt der Gesundheit älterer Beschäftigter und deren Qualifizierung heraus. Es müssten Methoden angewandt werden, um diese wertvollen Ressourcen dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Die Grundlagen hierfür müssten bereits zu Beginn eines Berufslebens geschaffen werden, denn nur Prävention verspräche nachhaltigen Erfolg.
Zu den Wegen, neue Fach- und Führungskräfte für das Handwerk zu gewinnen, gehöre nach Meinung einiger Referenten das Erschließen von Zielgruppen, die ein hohes Arbeitskräftepotential aufweisen. Dazu zählten z. B. junge Mütter, die über eine Teilzeitausbildung in das Berufsleben einsteigen, Ungelernte in den jeweiligen Branchen, die über gezielte Kurse zu Facharbeitern qualifiziert werden könnten und anschließend eine Gesellenprüfung ablegen sowie Studienabbrecher und Hochschulabsolventen.
Der vom WHKT mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks veranstaltete Kongress wurde finanziell von der EU und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert.
