Nr. 82/07: 26.11.2007
Europäischer Gesellentag betont die Bedeutung von Gesundheitsprävention
Nicht nur länger müssen alle Erwerbstätigen zukünftig arbeiten, sondern dabei auch gesundheitlich fit bleibt. Denn selbst bei bester Qualifikation und großer Motivation können gesundheitliche Beschwerden die Beschäftigungsfähigkeit so weit beeinträchtigen, dass die erlernte berufliche Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Aber gerade die demografische Entwicklung in Europa macht deutlich, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund des Personalbedarfs in den Betrieben und aufgrund der Veränderungen in den sozialen Sicherungssystemen länger gefordert werden.
Die rund 150 Teilnehmer und Referenten der Veranstaltung aus verschiedenen europäischen Staaten wurden nicht nur über die dramatischen Auswirkungen der unaufhaltsamen demografischen Entwicklung informiert, sondern auch für die Bedeutung der Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz sensibilisiert. Dabei ist sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer gefragt. Arbeitsschutzfragen spielen genauso eine Rolle wie das Erlernen des richtigen Umgangs mit den jeweiligen körperlichen Belastungen. Hilfestellungen gibt es bereits viele, aber sie werden oftmals aufgrund einer inneren Abwehrhaltung nicht genutzt.
Auf der hervorragend besetzten Veranstaltung sprachen u. a. Herr Buck, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation aus Stuttgart, Dr. Eleftheria Lehmann, Präsidentin der Landesanstalt für Arbeitsschutz des Landes NRW aus Düsseldorf und Dr. Brigitte Wutschel-Monka, Vorstandsvorsitzende der IKK Nordrhein aus Bergisch Gladbach.
Prof. Dr. Sven Voelpel, Director of WISE Research Group von der Jacobs University Bremen, führte in die spannende europäisch besetzte Podiumsdiskussion ein und zeigte u. a. auf, wie die psychische und physische Gesundheit von dem »Gesundheitsklima« im Unternehmen, der individuellen Einstellung, dem Arbeitsplatz selbst und der Kenntnis und Akzeptanz betrieblicher Gesundheitsförderung abhängen.
Anschließend verdeutlichten die Referenten aus Norwegen, Schweden, Irland und Deutschland den hohen Stellenwert von Gesundheit in den jeweiligen Sozialsystemen und welche speziellen good-practice-Ansätze in ihren Ländern zur Förderung von Gesundheit am Arbeitsplatz gelebt werden.
Mit seinem 10. Europäischen Gesellentag am 24. November 2007 zeigte der WHKT einmal mehr, wie wichtig es ist, dass sich Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertreter von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Europa austauschen. Denn 97 % aller Unternehmen in Europagehören zu den KMU und beschäftigen 2/3 aller Erwerbstätigen, betonte Europaminister Krautscheid in seinem Grußwort als Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung.
Die Veranstaltung wurde gefördert mit Mitteln der EU und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW.
